Luis Caruncho,Spanischer Verband der Kunstkritiker

Wir wissen alle, dass sich Malerei an der sichtbaren Wirklichkeit orientieren kann und klare Bezüge zu Landschaften, Wesen und Gegenständen, die uns umgeben, hat diese Art von Malerei akzeptiert jeder Betrachter. Und Fachleute können sie leicht in die verschiedenen Stilrichtungen einordnen, die sich im Lauf der Kunstgeschichte entwickelt haben.

Aber es gibt noch eine andere Art der Malerei, die zweifelsohne viel komplexer ist. Durch sie streben Künstler Metaphysisches an, spielen im Geist mit ihren Gefühlen und Gedanken. Dies ist eine Voraussetzung für das künstlerische Endergebnis. Die meisten Künstler, die sich nicht mit den vorgegebenen Kunstrichtungen zufrieden geben, sind innovativ. Unermüdlich suchen sie nach einer persönlichen Ausdrucksform. Genau das ist, was einen Schöpfer auszeichnet. Und entsprechend arbeitet Zingraff, denke ich.


Ich habe angedeutet, dass es verschiedene Arten der Malerei gibt. Die eine hat mit der äußeren, die andere mit der inneren Wirklichkeit zu tun.


Die Wirklichkeit naturgetreu abmalen können viele. Aber Zingraff hat den schwierigeren Weg gewählt. Mit jedem seiner Bilder stellt er sich der Herausforderung spannender Reize des Nichtentdeckten. Und das Ergebnis seines Oeuvres beinhaltet ganz ohne Zweifel die erhabene Wirklichkeit von bis dahin überwiegend unbekannten Formen, die eine neue Wirklichkeit sich steigernder Farbvibrationen werden, in der sich sicher viele Betrachter eng mit dem Künstler verständigen. Die Strukturen der Bilder von Hans-Dieter Zingraff haben viel mit Geometrie zu tun. Aber man muss klar sehen, dass der Künstler die Geometrie als Mittel verwendet, nicht als Zweck. Dadurch, so meine ich, erzielen seine Arbeiten, die in einem anderen Sinne zu kalt und berechnet erscheinen könnten, poetische, warme und menschliche Ahnung, die ihnen unschätzbaren Wert verleiht.